Steckst du dich und andere auch gerne in Schubladen?
- Nina Köhler

- 12. Jan.
- 2 Min. Lesezeit

Heute soll es um ein wichtiges Thema gehen: Das Thema Bewertungen! Viele von uns bemerken gar nicht, wie oft wir im Alltag bewerten.
Uns selbst. Andere. Unsere Leistung. Unsere Stimmung.
Eine Situation, die „schlecht“ war.
Ein Tag, der „nichts gebracht“ hat.
Ein Gespräch, das „nicht so hätte laufen dürfen“.
Bewertungen sind wie enge Schubladen.
Sobald wir etwas hineinpacken, verliert es seine Weite.
Es wird starr. Unbeweglich.
Und das spüren wir sofort im Körper – als Druck, Enge, Anspannung.
Was dabei oft vergessen wird: Alles, was wir erleben, ist in erster Linie eine Erfahrung.
Nicht mehr. Nicht weniger.
Ein Moment, der gekommen ist, um wahrgenommen zu werden.
Wenn du stattdessen sagst: „Interessant.“… dann nimmst du die Bewertung raus. Du betitelst das Erlebnis nicht als gut oder schlecht. Du erkennst es einfach als Information – etwas, das dir zeigt, wie dein System gerade reagiert, was dich triggert, was dir gut tut oder was nicht.„Interessant.““ ist ein kleines Wort mit großer Wirkung. Es öffnet. Es entspannt. Es hält das Nervensystem weit statt eng. Und es gibt dir die Möglichkeit, bewusst zu wählen, wie du reagieren möchtest, anstatt automatisch in alte Muster zu rutschen. Denn Bewertungen bringen selten Klarheit. Sie schränken dich ein. Sie machen starr, wo eigentlich Bewegung wäre. Und sie trennen dich von dir selbst, weil sie immer etwas fordern: anders sein, besser sein, richtig sein. Wenn du heute einmal bewusst hinschaust, wirst du merken: Viele deiner Bewertungen dienen dir gar nicht. Sie sind alte Reflexe – nicht deine Wahrheit. Probier deshalb für einen Moment aus, eine Situation bewusst so zu sehen, wie sie ist: Ohne Etikett. Ohne Urteil. Nur als Erfahrung. Vielleicht sagst du innerlich: „Interessant, so fühlt es sich gerade an.“ Und danach kannst du dich ja ggf. fragen, was du mit dieser Information machen möchtest. Es gibt dir mehr Freiraum, schafft Raum für neue Möglichkeiten und eine neue Art mit Dingen umzugehen. Und wenn du dich doch mal wieder beim bewerten erwischst, dann sei gnädig zu dir und nimm wahr: "Interessant, jetzt habe ich bewertet." Und mach es vielleicht beim nächsten Mal anders. Erzähl mir gerne, was du über Bewertungen denkst und ob du eine Veränderung bemerkst, wenn du mit "Interessant" arbeitest. Herzliche Grüße Nina

Kommentare